Grenzüberschreitendes Unternehmerfrühstück in Technischer Fachschule in Terborg/NL

Grenzüberschreitendes Unternehmerfrühstück in Technischer Fachschule in Terborg/NL

Rund 40 Vertreter von niederländischen und deutschen Unternehmen und Institutionen trafen sich am Freitag, 9.11.2018 auf Einladung des Internationalen Netzwerkbüros, das von der Wirtschaftsförderung Bocholt und der Gemeinde Oude IJsselstreek unterhalten wird, zu einem geschäftigen Frühstück in der Technischen Fachschule Anton Tijdink in der benachbarten NL-Gemeinde Terborg. Neben dem Netzwerken stand das Thema „Innovationen in einem angespannten Arbeitsmarkt: Was bedeutet berufliche Bildung für Ihr Unternehmen“ im Mittelpunkt.

Zu diesen Thema referierten Mike Broekhuizen, Leiter der technischen Fachschule Anton Tijdink sowie Horst te Wilde, Leiter des Berufskollegs Bocholt-West. Beide Schulen beschäftigen sich mit der Ausbildung von Jugendlichen für einen beruflichen Abschluss und mit der Umschulung und Weiterbildung von Arbeitnehmern. „Wir entwickeln uns dabei von einer Ausbildungsstätte in Richtung einer Plattform für berufliche Wissensentwicklung und –vermittlung. Und das Besondere hieran ist: dies geschieht auch grenzüberschreitend und im gegenseitigen Austausch, um voneinander zu lernen.“ äußerten beide Schulleiter unisono.

Demonstration „Virtuelles Schweißen“.

Wir selber können die komplette hochspezialisierte industrielle Praxis fachlich gar nicht abbilden“ erläuterte Horst te Wilde und folgerte daraus, dass „es notwendig ist, dass sich Unternehmen in der Berufsbildung engagieren, was Inhalte, Form und Ausführung angeht.“ „Nur so erfahren wir, welche konkreten und praktischen Bedarfe die Betriebe bezüglich der Aus- und Weiterbildung haben und nur so kann der Abstand zwischen Bildungseinrichtungen und betrieblicher Praxis so gering wie möglich gehalten werden.“ pflichtet ihm Mike Broekhuizen bei. Man pflege unlängst einen intensiven Austausch mit den Unternehmen in der Region, und das auch grenzüberschreitend. „Dazu gehören dann auch z. B. Betriebsbesichtigungen mit den Klassen.“, ergänzt Horst te Wilde. Beide Leiter zeigten dann anhand konkreter Beispiele auf, dass man permanent an der grenzüberschreitenden Anerkennung von Diplomen arbeite, da es insoweit immer noch etliche Unterschiede in beiden Systemen gebe.

Anschließend berichteten Koen Mentink, Geschäftsführer der Firma Hittech Bihca BV aus Winterswijk und Ulrich Grundwald, Geschäftsführer der Firma Grunewald GmbH & Co. KG über ihre praktischen Erfahrungen bei der Suche, Einstellung, Beschäftigung und Qualifizierung von ausländischen Fachkräften. Koen Mentink schilderte positive Erfahrungen mit der Beschäftigung von syrischen Mitarbeitern. „Jedes Unternehmen sollte möglichst permanent in die eigene Aus- und Weiterbildung von Mitarbeitern investieren, und zwar auch in wirtschaftlich schlechten Zeiten.“ empfahl Koen Mentink den Anwesenden. Ulrich Grunewald berichtete über die Einstellung von zwei spanischen Fachkräften. Über ein Berufskolleg in Spanien seien ihm vor einiger Zeit zwei junge spanische Fachkräfte vermittelt worden, die dann für 2 Monate in seinem Unternehmen ein Praktikum und gleichzeitig Deutsch-Sprachkurse gemacht hätten. „Anschließend haben wir beiden eine Ausbildung in unserem Unternehmen angeboten, die sie dann mit gutem Erfolg abgeschlossen haben. Beide arbeiten seither voll integriert in unserem Unternehmen.“ erklärte Ulrich Grunewald. Man habe einen nicht unerheblichen Aufwand betrieben, um die Neulinge dabei zu unterstützen, in Bocholt sesshaft zu werden, so u.a. bei der Wohnungssuche und dem Erlernen der deutschen Sprache. „Im Nachhinein kann ich sagen, dass sich der Aufwand, den wir betrieben haben, voll gelohnt hat.“, ist Ulrich Grunewald überzeugt.

Im Anschluss an die Vorträge besuchten die Gäste die Lehrwerkstatt der Anton Tijdink Fachschule. Auszubildende und Ausbilder demonstrierten virtuelles Schweißen und einen Schweißroboter in Kombination mit einem 3D-Metalldrucker. In der Abteilung Zerspannung wurde den Gästen eine innovative Lernmethode vorgestellt: sogenanntes integriertes hybrides Lernen. Die Gäste zeigten sich angetan von der gut ausgestatteten Lehrwerkstatt und den innovativen praxisorientierten Lehrmethoden der Anton Tijdink Fachschule. „Die Veranstaltung hat aufgezeigt, wie wichtig es ist, dass berufliche Schulen und Unternehmen intensiv zusammenarbeiten. Auch das trägt dazu bei, dem Fachkräftedefizit entgegenzuwirken.“ resümierten Myriam Bergervoet und Wendelin Knuf vom Internationalen Netzwerkbüro.

Weitere Infos zu Dienstleistungen des Netzwerkbüro, insbesondere den regelmäßigen stattfindenden Sprechtagen, siehe: www.internationales-netzwerkbuero.de.